Bereits Anfang Juli berichteten wir über stark unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. Seitdem fiel kein nennenswerter Niederschlag. Unsere Quellschüttungen nehmen von Woche zu Woche ab. Gegenteilig zeigen sich die Wasserverbräuche, die in Trockenphasen stark zunehmen. Dank grossen in den letzten Jahren getätigten Investitionen in unser Prozessleitsystem (Fernsteuerung und Überwachung) können wir durch gezieltes Wassermanagement, heutzutage solche herausfordernden Situationen viel besser und effizienter meistern als früher. Wir können die Wasserverteilung in unseren verschiedenen Versorgungszonen jederzeit dem Wasserangebot bzw. Wasserverbrauch anpassen. Das Prozessleitsystem ermöglicht uns, dass jeder gefasste Liter Trinkwasser in diejenige Versorgungszonen geleitet wird, wo er einerseits am dringendsten gebraucht und andererseits auch möglichst effizient dorthin gebracht werden kann.
Die stark gestiegenen Wasserverbräuche lassen sich am folgenden Beispiel zeigen: Die Versorgungszone Wiler/Endorf/Sigriswil/Halten verbraucht an einem «normalen» Morgen (z.B. Mitte April 2026) in der Zeit von 06.30 – 09.00 Uhr ca. 50m3 Trinkwasser (ca. 330L / min.). Im Juli 2026 betrug der Verbrauch für die gleiche Zeitspanne im Mittel ca. 123m3 Trinkwasser (ca. 820L / min.). Das entspricht einer Zunahme von 246%! Die Zunahme erfolgt aber nicht nur am Morgen oder Abend, sondern liegt den ganzen Tag bedeutend höher als in «normalen» Zeiten.
Dank dem soeben erwähnten Wassermanagement konnten die täglichen Pumpmengen bisher auf tiefem Niveau gehalten werden. Aller Voraussicht nach wird sich dies in den nächsten Tagen / Wochen ändern und die Pumpmengen werden stark zunehmen. Schon bald werden wir täglich Wasser von Sigriswil ins Reservoir Stampf (Schwanden) pumpen müssen, damit wir jederzeit genügend Trinkwasser für das obere und westliche Versorgungsgebiet bereithalten können. Das wird auch der Zeitpunkt sein, wo wir sämtliche Trinkwasserbrunnen bis auf Weiteres abstellen werden müssen.
Dass uns das Klima in der heutigen Zeit immer mehr vor Herausforderungen stellt, zeigt sich auch am heftigen Gewitter vom Sonntag, 31. Mai 2026, das uns immer noch zu schaffen macht! Ausgelöst durch heftige Niederschläge, einhergehend mit massiven Geländeverschiebungen im Quellgebiet Stutz (Alp Grön), ist es uns seitdem nicht möglich das Stutzwasser direkt ins Versorgungsgebiet Merligen einzuspeisen. Aufgrund der noch immer erhöhten Trübungswerten muss sämtliches Stutzwasser via Ultrafiltration in Oberhausen (Wiler) aufbereitet bzw. gefiltert werden. Wie bereits mehrmals erwähnt, dient uns das Stutzwasser (UF-Anlage Oberhausen) als Ausgleich zu den anderen Quellen. Durch den starken Rückgang sämtlicher Quellen stieg im Juli 2026 das abgegebene Trinkwasser ab UF-Anlage auf über 27’000m3. Im langjährigen Mittel beträgt die Menge ca. 12’000m3 pro Monat!
Glücklicherweise haben wir zurzeit noch immer genügend Trinkwasser. Die Bewirtschaftung ist weiterhin sehr aufwendig — sowohl personell wie zunehmend auch finanziell (Pumpkosten). Wir sind weiterhin bestrebt, keine Verbote aussprechen zu müssen. Damit das möglichst so bleibt, appellieren wir an die Eigenverantwortung! Muss der Rasen wirklich noch bewässert, der Pool gefüllt und das Auto jede Woche gewaschen werden?
Wir danken Ihnen für den sparsamen Umgang mit dem wichtigsten Lebensmittel der Welt – dem Trinkwasser!
Bei Fragen rund ums kühle Nass stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
«Eifach guet – z’Trinkwasser vo hie»
